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📆 Aktualisiert: März 2025
Die Entscheidung für eine eigene gynäkologische Praxis ist ein bedeutender Karriereschritt, der neben medizinischen auch wirtschaftliche Überlegungen erfordert. Als junger Arzt oder junge Ärztin stehst du vor der Frage, ob sich der Weg in die Selbstständigkeit finanziell lohnt. Dieser Artikel beleuchtet umfassend die Einkommensperspektiven von Gynäkologen in eigener Praxis und gibt dir einen realistischen Überblick über Investitionen, Betriebskosten und Verdienstmöglichkeiten. Das durchschnittliche Jahreseinkommen eines niedergelassenen Gynäkologen in Deutschland liegt zwischen 150.000 € und 250.000 € brutto pro Jahr. Nach Abzug aller Kosten und Steuern bleibt ein durchschnittliches Nettoeinkommen von etwa 85.000 € bis 130.000 €. Diese Zahlen variieren jedoch stark je nach Standort, Praxisstruktur und Leistungsangebot. Zum Vergleich: Als angestellter Facharzt für Gynäkologie in einem Krankenhaus liegt das Bruttojahresgehalt bei etwa 90.000 € bis 120.000 €, als Oberarzt bei 120.000 € bis 150.000 €. Die Einkommensstatistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zeigt, dass Gynäkologen 2023 im Durchschnitt einen Jahresüberschuss von etwa 187.000 € erzielten, wobei die Spanne je nach Bundesland und individueller Praxisausrichtung zwischen 145.000 € und 230.000 € liegt. Der Praxisstandort hat erheblichen Einfluss auf dein Einkommen: In unterversorgten Gebieten bieten die Kassenärztlichen Vereinigungen Zuschläge und Fördergelder an, die dein Einkommen um 10-15% steigern können. Spezialisierungen können dein Einkommen deutlich erhöhen: Eine Umfrage unter niedergelassenen Gynäkologen zeigt, dass Fachärzte mit mindestens einer Zusatzqualifikation durchschnittlich 22% mehr verdienen als Kollegen ohne Spezialisierung. Der Anteil an Privatpatienten beeinflusst das Einkommen maßgeblich:Gehaltsperspektiven für Gynäkologen in eigener Praxis
Einflussfaktoren auf das Einkommen
Standort und Einzugsgebiet
Leistungsspektrum und Spezialisierungen
Kassenärztliche vs. privatärztliche Tätigkeit
Für die Gründung einer gynäkologischen Praxis solltest du mit folgenden Erstinvestitionen rechnen:
Die monatlichen Betriebskosten einer gynäkologischen Praxis betragen durchschnittlich:
Insgesamt solltest du mit laufenden monatlichen Kosten von etwa 13.000-25.000 € rechnen, was einem Jahresbetrag von 156.000-300.000 € entspricht.
Als niedergelassener Gynäkologe mit Kassenzulassung rechnest du über den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) ab. Zu beachten ist:
Die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ermöglicht deutlich höhere Abrechnungen:
Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) bieten zusätzliches Einkommenspotenzial:
Eine gut geführte gynäkologische Praxis kann durch IGeL-Leistungen zusätzliche Einnahmen von 30.000-60.000 € jährlich generieren.
Als Praxisinhaber fallen folgende Steuern und Abgaben an:
Die effektive Steuerbelastung liegt je nach Praxisstruktur und persönlicher Situation bei 35-45% des Gewinns.
Die eigene gynäkologische Praxis bietet deutlich höhere Einkommensperspektiven als eine Anstellung im Krankenhaus – allerdings verbunden mit größerem unternehmerischen Risiko und Verantwortung. Mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 150.000-250.000 € brutto liegt der niedergelassene Gynäkologe deutlich über dem Gehalt angestellter Fachärzte.
Die Entscheidung für die eigene Praxis sollte jedoch nicht nur finanziell motiviert sein. Faktoren wie Arbeitsautonomie, Work-Life-Balance und berufliche Erfüllung spielen eine ebenso wichtige Rolle. Die Niederlassung erfordert neben medizinischer Expertise auch unternehmerisches Denken und Handeln.
Bei guter Planung, strategischem Vorgehen und effizientem Praxismanagement kann die eigene gynäkologische Praxis nicht nur berufliche Erfüllung, sondern auch finanzielle Sicherheit bieten. Der Weg in die Selbstständigkeit lohnt sich besonders dann, wenn du langfristig planst und bereit bist, in den ersten Jahren nach der Niederlassung intensiv in den Aufbau deiner Praxis zu investieren.
Mit dem richtigen Standort, einer klugen Spezialisierung und einem ausgewogenen Verhältnis zwischen kassenärztlicher und privatärztlicher Tätigkeit kannst du als niedergelassener Gynäkologe ein attraktives Einkommen erzielen und gleichzeitig mehr Freiheit in der Gestaltung deiner ärztlichen Tätigkeit genießen.
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