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📆 Aktualisiert: März 2025
Die Entscheidung für eine eigene kardiologische Praxis ist ein bedeutender Karriereschritt, der sowohl medizinische als auch wirtschaftliche Überlegungen erfordert. Als junger Kardiologe oder junge Kardiologin stehst du vor der Frage, ob sich der Weg in die Selbstständigkeit finanziell lohnt. Dieser Artikel beleuchtet umfassend die Einkommensperspektiven von Kardiologen in eigener Praxis und gibt dir einen realistischen Überblick über Investitionen, Betriebskosten und Verdienstmöglichkeiten im kardiologischen Fachbereich.
Das durchschnittliche Jahreseinkommen eines niedergelassenen Kardiologen in Deutschland liegt zwischen 200.000 € und 350.000 € brutto pro Jahr. Nach Abzug aller Kosten und Steuern bleibt ein durchschnittliches Nettoeinkommen von etwa 110.000 € bis 180.000 €. Diese Zahlen variieren jedoch stark je nach Standort, Praxisstruktur und Leistungsangebot.
Zum Vergleich: Als angestellter Facharzt für Kardiologie in einem Krankenhaus liegt das Bruttojahresgehalt bei etwa 95.000 € bis 130.000 €, als Oberarzt bei 130.000 € bis 170.000 €.
Die Einkommensstatistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zeigt, dass Kardiologen 2023 im bundesweiten Durchschnitt einen Jahresüberschuss von etwa 235.000 € erzielten, wobei die Spanne je nach Bundesland und individueller Praxisausrichtung zwischen 180.000 € und 320.000 € liegt. Damit zählen Kardiologen zu den Spitzenverdienern unter den niedergelassenen Fachärzten.
Der Praxisstandort hat erheblichen Einfluss auf dein Einkommen:
In unterversorgten Gebieten bieten die Kassenärztlichen Vereinigungen Zuschläge und Fördergelder an, die dein Einkommen um 15-20% steigern können. Da in vielen ländlichen Regionen ein Mangel an Kardiologen besteht, sind die Verdienstmöglichkeiten dort oft besser als erwartet.
Spezialisierungen können dein Einkommen als Kardiologe deutlich erhöhen:
Eine Umfrage unter niedergelassenen Kardiologen zeigt, dass Fachärzte mit mindestens einer Zusatzqualifikation durchschnittlich 35% mehr verdienen als Kollegen ohne Spezialisierung. Besonders lukrativ sind Kombinationen aus mehreren Spezialisierungen.
Der Anteil an Privatpatienten beeinflusst das Einkommen maßgeblich:
Für die Gründung einer kardiologischen Praxis solltest du mit folgenden Erstinvestitionen rechnen:
Bei speziellen Leistungsangeboten wie kardiologischer Bildgebung können die Investitionskosten deutlich höher ausfallen:
Die monatlichen Betriebskosten einer kardiologischen Praxis betragen durchschnittlich:
Insgesamt solltest du mit laufenden monatlichen Kosten von etwa 20.000-40.000 € rechnen, was einem Jahresbetrag von 240.000-480.000 € entspricht. Die hohen laufenden Kosten werden durch die überdurchschnittlichen Einnahmemöglichkeiten in der Kardiologie kompensiert.
Als niedergelassener Kardiologe mit Kassenzulassung rechnest du über den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) ab. Zu beachten ist:
Die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ermöglicht deutlich höhere Abrechnungen:
Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) und Selbstzahlerleistungen bieten zusätzliches Einkommenspotenzial:
Eine gut geführte kardiologische Praxis kann durch Zusatzleistungen zusätzliche Einnahmen von 60.000-120.000 € jährlich generieren.
Als Praxisinhaber fallen folgende Steuern und Abgaben an:
Die effektive Steuerbelastung liegt je nach Praxisstruktur und persönlicher Situation bei 35-48% des Gewinns. Eine vorausschauende Steuerplanung kann jedoch erhebliche Einsparungen ermöglichen.
Die eigene kardiologische Praxis bietet deutlich höhere Einkommensperspektiven als eine Anstellung im Krankenhaus – allerdings verbunden mit größerem unternehmerischen Risiko und Verantwortung. Mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 200.000-350.000 € brutto liegt der niedergelassene Kardiologe deutlich über dem Gehalt angestellter Fachärzte.
Die Entscheidung für die eigene Praxis sollte jedoch nicht nur finanziell motiviert sein. Faktoren wie Arbeitsautonomie, Work-Life-Balance und berufliche Erfüllung spielen eine ebenso wichtige Rolle. Die Niederlassung erfordert neben medizinischer Expertise auch unternehmerisches Denken und Handeln.
Bei guter Planung, strategischem Vorgehen und effizientem Praxismanagement kann die eigene kardiologische Praxis nicht nur berufliche Erfüllung, sondern auch überdurchschnittliche finanzielle Sicherheit bieten. Der Weg in die Selbstständigkeit lohnt sich besonders dann, wenn du langfristig planst und bereit bist, in den ersten Jahren nach der Niederlassung intensiv in den Aufbau deiner Praxis zu investieren.
Mit dem richtigen Standort, einer klugen Spezialisierung und einem ausgewogenen Verhältnis zwischen kassenärztlicher und privatärztlicher Tätigkeit kannst du als niedergelassener Kardiologe ein attraktives Einkommen erzielen und gleichzeitig mehr Freiheit in der Gestaltung deiner ärztlichen Tätigkeit genießen.
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